Zur Hölle gehts da lang (Rezension + Autoreninterview!)

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Autor: Flavio Redlich

 

Verlag: Dresdner Buchverlag

 

Preis: 12,90€

 

Seiten: 234

 

 

 

 

Inhalt

Der Tod sitzt in der Klemme: In letzter Zeit verliert er immer häufiger Seelen bei seiner Arbeit. Gott ist nicht amused und schickt den Schnitter zur Aufklärung auf die Erde. Dort hört er Gerüchte über eine mit Seelen gefüllte Schlucht in der Hölle: den Abgrund der Verdammnis. Der Tod spürt, dass die dunkle Seite etwas plant, und holt sich Verstärkung. Er bildet hochsensible Menschen zu Geisterjägern; aus, die frisch verstorbene Seelen ins Licht schicken sollen, bevor die Dämonen sie wegschnappen. Unter ihnen Thierry, ein junger französischer Bestatter mit ganz eigenen Problemen: Ein skurriler Kunde stirbt direkt in Thierrys Beerdigungsinstitut. Und als wäre das noch nicht genug, findet der junge Bestatter im Mantel des seltsamen Kerls einen Beutel voller Juwelen, hinter dem schon bald die Mafia her ist.
Auf seiner Flucht vor den Gangstern lernt Thierry die Seele von Lee kennen zu Lebzeiten ein Sträfling, der den Mord an seiner Familie rächen will. Die beiden freunden sich an und gehen gemeinsam auf Seelenjagd. Doch am Ende hilft alles nichts und der Tod, Thierry und Lee müssen in die Hölle reisen, um die verschwundenen Seelen aus dem Abgrund der Verdammnis zu befreien. Eine irrwitzige Schlacht zwischen Gut und Böse entbrennt …

 

Hallo Flavio, „Zur Hölle geht’s da lang“ ist dein Debütroman. Warum hast du für dein erstes Buch gerade das Funny Fantasy Genre gewählt?
Seit der Kindheit lese ich gerne lustige fantastische Romane, die mich in eine eigene Welt führen und mir dabei ausgelassenen Lesespaß schenken – also, wie verrückt die jeweilige Situation auch sein mag, sie wird immer auf eine humorvolle und locker-luftige Weise erzählt. Das entspricht meinem Wesen und der Art, wie ich die Welt wahrnehme. Dazu kommt, dass ich eine blühende Phantasie habe, die ich in meinem Erstlingswerk ungezügelt ausgelebt habe.

 

 

 

Meinung

Ich hatte, bevor Flavio mich angeschrieben hatte, noch kaum etwas mit dem Genre Funny Fantasy zu tun gehabt und habe mich deshalb umso mehr gefreut, dass ich dieses Buch lesen durfte. (Sorry nochmal, dass es solange gedauert hat…)

Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen, es ist wirklich lustig, hat einen herrlichen Galgenhumor und liest sich superschnell und flüssig.

Zuerst einmal zur Gestaltung. Das Cover ist schlicht, einfach und hat trotzdem etwas, dass einen zweiten Blick zulässt. Es verrät nicht viel und lässt Interpretationsfreiraum. Ebenso ist das Buchformat etwas ungewöhnlicher und sticht sofort ins Auge.

Zu Beginn muss ich sagen, dass ich mich etwas schwer getan habe. Das lag nicht unbedingt am Schreibstil sondern eher an diesem sehr skurillen und ganz anderen Flair, der die Geschichte trägt. Vieles ist wirklich sehr überdreht, verrückt und kann zu Beginn vielleicht etwas überrollen. Doch nach den ersten Seiten war ich total im Plot gefangen, habe mich über die Gesamte Bandbreite der Klischees amüsiert, die der Autor auffährt.

Hast du Vorbilder, die dich zum Schreiben inspiriert haben?
Auf jeden Fall: Hierzu zählen die Helden des Funny Fantasy Genres wie z.B. Douglas Adams, Terry Pratchett, Christopher Moore, Roald Dahl und natürlich Walter Moers. Weiterhin haben mich auch Autoren beeinflusst, die nicht direkt zur Fantastik gehören, aber ebenfalls schwarzhumorig schreiben: z.B. T.C. Boyle, Tim Robbins, Dave Barry und Matt Ruff.

Die Charaktere führen abwechselnd durch das Buch. Dadurch wird ein sehr rundes Ergebnis geschaffen, alles wird gut durchleuchtet und der Roman gewinnt an Tiefe. Alle sehr Vorurteilsbehaftet und genau dadurch so urkomisch – so muss das!

Zwischendurch lässt Redlich seine eigenen, spirituell angehauchten Gedankengänge in das bunte Treiben hineinfließen. Dadurch hatte das Buch etwas noch persönlicheres und war nicht nur komplett „abgedreht“. Die allgemeinen Vorstellungen vom Himmel, der Hölle und was da sonst noch rumkraucht wurden ziemlich treffend beschrieben und haben für den Moment einfach nur Spaß gemacht.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Hast du weitere Fantasybücher geplant oder schreibst du gerade an einem neuen Roman?
Ich habe einen fertiggestellten unverlegten Männerroman „Don Carlos – verheiratet mit der Mafia“ in der Schublade und schreibe zurzeit an einem Fantasy-Krimi, dessen Plot sich um eine Mordserie in der Philharmonie dreht. Weiterhin plane ich, einen Märchen/Fantasygeschichten-Band für Kinder und Jugendliche zu veröffentlichen.

Ein Roman, der mit Walter Moers und Co. Gut mithalten kann, viele Wendungen aufweist und vor Ideen und Kreativität nur so sprüht. Irgendwie real und dann doch so verrückt und lustig, dass ich gerne noch mehr lesen würde. Allen, die mit diesem Genre nichts am Hut haben, würde ich raten, es trotzdem einmal zu versuchen, denn manchmal ist Galgenhumor gepaart mit einer lustigen Handlung und einer Menge schrägen Charakteren genau das richtige! Ich vergebe 4,5/5 Sterne und bedanke mich noch einmal ganz herzlich für das Rezensionsexemplar und die liebe Zusammenarbeit!

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